Kreiskrankenhaus und Landeskrankenhaus wollen kooperieren

Grundsatzbeschlüsse sind gefasst

In seiner jüngsten Sitzung hat der Kreistag Trier-Saarburg den Weg frei gemacht für Verhandlungen zwischen dem Landkreis als Träger des Kreiskrankenhauses St. Franziskus Saarburg und dem Landeskrankenhaus (AöR) mit Sitz in Andernach. Bis Mai 2019 soll ein Kooperationsvertrag abgeschlossen werden mit dem Ziel, dass das Landeskrankenhaus die Geschäftsführung des Kreiskrankenhauses übernimmt.

Kompetenter Partner

„Wir freuen uns, einen solch kompetenten Partner gefunden zu haben und die bis jetzt sehr konstruktiven Gespräche weiterführen zu können“, so Landrat Günther Schartz, der zugleich auch Aufsichtsratsvorsitzender des Kreiskrankenhauses Saarburg ist. „Unser Ziel bleibt, das Krankenhaus zu einem Gesundheitszentrum der Region zu entwickeln“, so Schartz. Nicht nur bauliche Veränderungen, sondern auch neue Schwerpunktsetzungen sollen hierzu beitragen. Das Kreiskrankenhaus als ein Haus der ärztlichen Grundversorgung setzt dabei künftig Schwerpunkte in den Bereichen Geriatrie und Psychiatrie, ohne seine Kernkompetenzen im Bereich Chirurgie oder Innere zu vernachlässigen. Auch die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten soll – siehe den jüngst gestarteten Weiterbildungsverbund – intensiviert werden.

Bewilligung weiterer, neuer Bettenkapazitäten

„Bereits 2019 rechnen wir mit der Bewilligung durch das Land für 60 Betten für eine Fachabteilung Psychiatrie und Psychotherapie, worin die 20 Betten der bestehenden Psychosomatik aufgehen werden“, so Geschäftsführer Joachim Christmann. In Verbindung mit den bereits bewilligten 30 neuen Betten für eine erfolgreich angelaufene Geriatrie macht dies deutlich, dass das Kreiskrankenhaus insgesamt wachsen soll, so Christmann.

Kreis bleibt Träger – Umfangreiche Investitionen

Träger des Hauses bleibt der Landkreis. „Dies ist gerade für die 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhauses und des Seniorenzentrums eine wichtige Botschaft“, so Schartz. Auch mit Blick auf die ärztliche Versorgung auf dem Land und die Krankenhausvielfalt ist ein öffentlich-rechtliches Krankenhaus in unserer Region wichtig.

Der Kreistag hat mit seinem Grundsatzbeschluss auch einem umfangreichen Sanierungs- und Teilneubauprogramm zugestimmt, mit dem das Kreiskrankenhaus in den kommenden Jahren fit gemacht werden soll. Insgesamt sind Investitionen in der Größenordnung rd. 50 Mio. Euro vorgesehen, die u.a. in einen Teilneubau mit 150 Betten sowie die Sanierung älterer Gebäudeteile fließen sollen. Hier werden auch Zuschüsse des Landes im Rahmen der Krankenhausfinanzierung erwartet.

Grundlage hierfür ist ein erarbeiteter Businessplan, der bis 2026 umgesetzt werden soll. Er beinhaltet nicht nur die baulichen Maßnahmen und medizinische Weiter-entwicklung, sondern bildet in seiner Fortschreibung die auch in den kommenden Jahren zu erwartenden Verluste in den prognostizierten Wirtschaftsplänen ab. Auch hier hat der Kreistag beschlossen, diese Defizite zum Erhalt und zur Modernisierung des Krankenhausstandortes vollständig zu tragen. Ziel der Übertragung der Geschäftsbesorgung an das Landeskrankenhaus ist es, eine wirtschaftliche Stabilisierung durch ein Bündel von Maßnahmen zu erreichen.

Landeskrankenhaus als starker und kompetenter Partner für den Standort Saarburg

Über mehrere Monate hinweg haben die Verantwortlichen des Landeskrankenhauses gemeinsam mit dem Landkreis die Möglichkeiten und Perspektiven einer Zusammenarbeit analysiert. „Es ist für das Landeskrankenhaus eine interessante Aufgabe, mit unseren Kernkompetenzen den Krankenhausstandort Saarburg zu stabilisieren und weiter zu entwickeln“, so der Geschäftsführer Dr. Gerald Gaß. Wichtige Aufgabenstellungen wie zum Beispiel das Qualitätsmanagement, Controlling, Medizincontrolling oder auch Budgetverhandlungen mit den Krankenkassen werden zukünftig durch die zentralen Fachabteilungen des Landeskrankenhauses unterstützt. Nach Einschätzung von Dr. Gerald Gaß, der als Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, die Lage der Krankenhäuser bestens kennt, müssen sich Krankenhäuser zwingend in gemeinsamen Verbünden organisieren, um in der Zukunft bestehen zu können. „Das klare Bekenntnis zum eigenen Krankenhaus und die breite Mehrheit im Kreistag sind für uns Motivation sich hier zu engagieren“, erklärte Dr. Gaß.

Das Landeskrankenhaus beschäftigt an 17 Standorten in Rheinland-Pfalz rund 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Kooperation mit Trierer Krankenhäusern

Die bestehenden Kooperationen mit den beiden großen Trierer Krankenhäusern nicht nur fortgeführt, sondern weiter ausgebaut werden. Bereits heute bestehen Kooperationsvereinbarungen auf dem Gebiet der Allgemein- und Viszeralchirurgie mit dem Mutterkrankenhaus sowie im Bereich der Neurologie mit dem Brüderkrankenhaus.

„Wir erwarten uns von der Zusammenarbeit mit dem Landeskrankenhaus als einem professionellen und erfahrenen Partner, dass wir den notwendigen Anpassungsprozess hin zu einem zukunftsfähigen Gesundheitszentrum erfolgreich bewerkstelligen“, so Günther Schartz.

Dies ist eine Pressemitteilung der Kreisverwaltung Trier-Saarburg. Sie können sie hier herunterladen.