Hernien: Wann muss ich mich tatsächlich operieren lassen?

Diese Frage bewegt viele Menschen. Das zeigt die große Resonanz auf einen Informationsabend des Kreiskrankenhauses St. Franziskus Saarburg von Dr. med. Fadie El Odeh.

Zahlreiche interessierte Besucher waren der Einladung in die hauseigene Cafeteria gefolgt und lauschten interessiert den anschaulichen Ausführungen des Chefarztes der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Dr. med. Fadie El Odeh.

Zunächst erklärte der Experte, was eine Hernie eigentlich genau ist: „Eine Hernie ist ein Weichteilbruch, also eine Öffnung bzw. Lücke in der Bauchwand, durch die sich Gewebe oder Organe aus dem Leibesinneren ausstülpen können.“ Hernien können an verschiede-nen Stellen im Körper vorkommen. Am häufigsten treten sie in der Leiste (Leistenbruch), am Nabel (Nabelbruch) und an der Bauchwand (Bauchwandbruch) auf. „Aber auch in Narben können sie vorkommen, dann spricht man von Narbenhernien. Seltener kommen auch sogenannte innere Hernien vor, wie zum Beispiel der Zwerchfellbruch“, weiß El Odeh.

Im weiteren Verlauf des Abends kam er dann ausführlich auf die Behandlungsmöglichkeiten von Weichteilbrüchen zu sprechen: „Am Anfang sind Weichteilbrüche meist noch klein, verursachen keine Schmerzen und lassen sich reponieren, also wieder zurückdrücken. Das kann man sich eine Weile anschauen, doch eines ist ganz klar: Hernien heilen nicht von selbst!“, so El Odeh. „Die Bruchpforte schließt sich nicht von alleine, sondern wird eher kontinuierlich größer.“ Mit der zunehmenden Vergrößerung der Bruchpforte stiegen dann auch die Schmerzen und die Wahrscheinlichkeit einer Einklemmung. „Und das kann dann sogar lebensgefährlich werden“, so der Experte. Deshalb rät er, nicht erst darauf zu warten, sondern sich bereits bei zunehmender Größe des Bruchs und ansteigenden Schmerzen operieren zu lassen.

Bei der Operation von Weichteilbrüchen setzt das Kreiskrankenhaus St. Franziskus Saarburg wann immer möglich auf die moderne minimal-invasive Technik: „Bei der sogenannten ‘Schlüsselloch-OP’ wird auf große Bauchschnitte verzichtet, wodurch unbeteiligtes Gewebe, Sehnen und Muskeln geschont werden“, erklärte El Odeh. „Die Patienten haben dadurch nach einem solchen Eingriff in der Regel weniger Schmerzen und sind schneller wieder auf den Beinen. Meist können sie bereits nach zwei Wochen wieder ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen.“