Gelenkersatz von Hüfte und Knie: Neues aus der Endoprothetik

Dr. Thomas Poss referiert über Möglichkeiten und Neuigkeiten der Endoprothetik

Schmerzende und geschwollene Gelenke, Rötungen und erschwerte Bewegungen sind Symptome, die bei altersbedingtem Gelenkverschleiß (Arthrose) häufig vorkommen und die Lebensqualität der Betroffenen einschränken. Ein großer Hoffnungsträger vieler Schmerzpatienten ist der operative Einsatz eines künstlichen Gelenks, die sogenannte Endoprothese. Besonders betroffen sind dabei Knie- und Hüftgelenk. Der erfahrene Spezialist Dr. med. Thomas Poss, Chefarzt und Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, klärte bei einer Informationsveranstaltung für Patienten im Kreiskrankenhaus St. Franziskus Saarburg über das Thema Gelenkersatz auf.

Die Veranstaltung „Neues aus der Endoprothetik: Gelenkersatz von Hüfte und Knie“ ließ rund 65 Besucher in das Kreiskrankenhaus St. Franziskus strömen, um sich über neue Methoden der Endoprothetik zu informieren. Die Mehrheit der Betroffenen strebt schmerzfreie Bewegungsabläufe im Alltag an, allerdings erwarten immer mehr Patienten, dass sie bis ins hohe Alter ihre gewohnten Sportarten ausüben können - auch nach dem operativen Einsatz einer Endoprothese. Dabei spielt vor allem die Lebensdauer des künstlichen Gelenks eine Rolle. Sie ist abhängig von Faktoren wie verwendetes Material, spezielle Verankerungstechniken oder das Fachwissen des Chirurgen: „Die hohen Ansprüche der Patienten, die nach der Operation Extremsportarten wie Klettern oder Marathon laufen möchten, fordern auch die Chirurgen heraus“, so Dr. Poss. „Die neusten Entwicklungen der Endoprothetik können den Patientenansprüchen teilweise gerecht werden. Die modernen Implantate und Operationstechniken sorgen für einen sehr natürlichen Bewegungsablauf des Gelenks.“

Operationstechnik und Implantat-Modell müssen zusammenpassen

Der maximale Erfolg einer Gelenkersatz-OP wird durch die gewählte Methode und die Auswahl des optimalen Implantats beeinflusst. Besonders erfolgsversprechend sind minimal invasive Zugänge (MIS). Dabei werden Muskeln, Sehnen und Nervenstränge verschoben, anstatt sie zu durchtrennen. Vorteile für den Patienten sind weniger Schmerzen und eine beschleunigte Heilung des betroffenen Gelenks.

Genauso relevant wie die Operationstechnik ist die Wahl der Endoprothese. Sie beeinflusst besonders den Langzeiterfolg der Operationsmethode. Eine bewährte Implantat-Kombination ist der Keramikkopf mit Keramikschale sowie eine Kunststoffschale mit Metall- oder Keramikkopf. Diese Variationen bieten eine besonders große Beweglichkeit des künstlichen Gelenks.

„In jedem Fall ist es besonders wichtig, dass das die Operationstechnik an das verwendete Implantat angepasst wird und die Operation gewebeschonend erfolgt“, erklärt der Chirurg. Unabhängig von der OP-Technik und dem Implantat-Modell ist die Expertise des Chirurgen und das Verhalten des Patienten. „Die vielversprechendste Operation und das perfekt passende Implantat können keinen Langezeiterfolg der Behandlung erzielen, wenn Chirurg und Patient nicht an einem Strang ziehen“, so Poss.

Welche Behandlungsmethode letztendlich gewählt wird, entscheiden im Kreiskrankenhaus St. Franziskus Saarburg Arzt und Patient nach einem ausführlichen Gespräch und intensiven Untersuchungen gemeinsam. Die Einzigartigkeit der Gelenkstruktur und des Körperbaus erfordern eine individuelle Beratung.