Ärzteversorgung im ländlichen Raum

Erster Weiterbildungsverbund der Region startet am Kreiskrankenhaus Saarburg

„Mit dem Start des Weiterbildungsverbundes Saarburg haben wir einen wichtigen Baustein zur dauerhaften Sicherung der Hausärzteversorgung in der Region geschaffen“, so Krankenhaus-Geschäftsführer Joachim Christmann. Der Verbund – ein Zusammenschluss des Kreiskrankenhauses St. Franziskus Saarburg und mehrerer niedergelassener Ärzte – schafft die Voraussetzungen für eine Qualifikation von Assistenzärzten zum Allgemeinmediziner. Bereits unmittelbar nach Gründung beginnt ein erster Assistenzarzt die Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin.

Die Prognosen sind für den ländlichen Raum wenig erfreulich: die Zahl der Hausarztpraxen wird ebenso wie die Zahl der Allgemeinmediziner sinken. Im Rahmen eines Bundesprojektes Demographische Entwicklung hatte eine Befragung der Bevölkerung ergeben, dass die wohnortnahe ärztliche Versorgung für die Einwohner des Landkreises besonders wichtig ist. „Neben dem Ausbau des Kreiskrankenhauses zu einem Gesundheitszentrum der Region ist die Gründung des ersten regionalen Weiterbildungsverbundes ein weiterer wichtiger Baustein in den Bemühungen einer dauerhaften guten ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum, insbesondere der Region Saarburg/Hochwald“, so Landrat Günther Schartz.

Chefarzt Dr. Stefan Burg und die Projektmanagerin Gisela Kandalaft haben mit vorerst sieben niedergelassenen Ärzten das Konzept des Verbundes umgesetzt und Ende 2018 erfolgreich abgeschlossen. Weitere Ärzte können sich bei Interesse direkt an das Kreiskrankenhaus Saarburg oder an die Koordinierungsstelle der Kassenärztlichen Vereinigung wenden. Der Weiterbildungsverbund Saarburg ist auf den Webseiten der Kassenärztlichen Vereinigung sowie der Ärztekammer Trier gelistet.

Vorteile für alle Beteiligten

„In erster Linie profitieren von diesem Projekt die Bürgerinnen und Bürger“, so Schartz. Insgesamt hat Ausbildung in einem solchen Weiterbildungsverbund für alle Seiten große Vorteile. Die Bewerber haben von Beginn an die feste Zusage für die einzelnen Weiterbildungsstationen und damit auch Planungssicherheit. Zudem verfügen sie während der kompletten Ausbildung über ein gesichertes Einkommen. Und schließlich steht am Ende die Qualifikation zum Facharzt für Allgemeinmedizin.

Für die teilnehmenden Praxen ist von Vorteil, Weiterbildungsassistenten beschäftigen zu können. Zudem erhalten sie eine Förderung durch die Kassenärztliche Vereinigung bereits bei Beginn der Weiterbildung. Außerdem lassen sich über diesen Weg Ärzte an die Praxis binden und somit auch für eine eventuelle Nachfolgeregelung oder den Einstieg in das Praxisteam interessieren.

Das Krankenhaus Saarburg verspricht sich hierdurch eine noch intensivere Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten der Umgebung. Zudem erhält auch das Krankenhaus eine Förderung durch die Deutsche Krankenhausgesellschaft.

Gleich zum Start hat Assistenzarzt Philipp Rohleder seine Weiterbildung in der Kooperationspraxis Dr. Hartmann in Zerf aufgenommen – ein guter Start dieses in der Region Trier einmaligen Projektes zur Ausbildung von Allgemeinmedizinern.